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Bauspardarlehen sind in Deutschland eine sehr beliebte Form der Immobilienfinanzierung. Bausparverträge können nur mit Bausparkassen abgeschlossen werden. In einen Bausparvertrag muss der Bausparer zunächst einen gewissen Betrag einzahlen, um das Kapital des Vertrags anzusparen. Bei Vertragsabschluss wird eine Bausparsumme festgesetzt, die bei Zuteilungsreife ausgezahlt wird. Wenn der Bausparvertrag ausgezahlt wird, ist die Bausparsumme meistens noch nicht erreicht, sondern lediglich ein Teil davon ist durch die eigenen Einzahlungen gedeckt. Der andere Teil wird von der Bausparkasse als Annuitätendarlehen gewährt. Die Zinsen für diese Darlehen liegen besonders günstig, weil die Bausparkassen das eingezahlte Kapital auch nur mit einem sehr niedrigen Zinssatz vergüten.

Wann genau ein Bauspardarlehen zuteilungsreif wird, lässt sich in den jeweiligen Bedingungen des Tarifes nachlesen. Im Allgemeinen setzt die Zuteilungsreife das Erreichen der Mindestsparsumme und der Mindestsparzeit voraus. Zusätzlich muss eine bestimmte Bewertungszahl erreicht werden, die sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Zur Berechnung werden unter anderem die gutgeschriebenen Zinsen und eventuelle Sonderzahlungen benutzt. Erst wenn alle Kriterien erfüllt worden sind, kann das Bauspardarlehen auch ausgezahlt werden. Die Mindestsparzeit ist grundsätzlich frei vereinbar, die meisten Bausparkassen bieten jedoch feste Zeiträume zwischen 12 und 80 Monaten an, nach denen die Auszahlung geplant ist. Unter Umständen lassen sich aber auch längere Zeiträume individuell vereinbaren, hier kommt es dann ganz auf die jeweilige Bausparkasse an. Theoretisch können sogar 30 Jahre und mehr vergehen, bis das Bauspardarlehen letztendlich zuteilungsreif wird.

Seit dem 01.01.2009 lassen sich neu abgeschlossene Bausparverträge nicht mehr frei verwenden, sondern sind zwingend an eine Verwendung für Wohnungszwecke gebunden. Altverträge sind nicht von dieser Regelung betroffen und können bei Zuteilungsreife weiterhin frei verwendet werden, zum Beispiel auch für den Autokauf. Auch wenn die Zinssätze bei einem Bauspardarlehen sehr niedrig sind, eignet es sich nicht für jede Immobilienfinanzierung, sondern nur für langfristige Finanzierungen, bei denen nicht sofort eine Auszahlung erfolgen muss. Zwar wird zu Beginn des Bausparvertrags ein Auszahlungszeitpunkt vereinbart, an den müssen sich die Bausparkassen jedoch nicht halten, wenn es zu Veränderungen auf dem Finanzmarkt kommt. So kann es deutlich länger dauern, bis der Vertrag tatsächlich zur Auszahlung kommt. Die Bausparkassen bieten aber immerhin die Möglichkeit, diesen Zeitraum mit einem Vorausdarlehen zu überbrücken, für das aber auch weitere Kosten entstehen.

Bauspardarlehen sind daher vor allem für Personen geeignet, die wissen, dass sie in den nächsten Jahren Wohnungseigentum erwerben möchten oder eine bestehende Immobilie sanieren wollen. In dieser Situation ist der genaue Auszahlungspunkt zunächst nicht so wichtig, weil kein konkreter Termin vorliegen muss.